Hospiz Geseke: Begleitung in sensiblen Lebensphasen
Weihbischof Matthias König ist derzeit auf Visitation im Dekanat Lippstadt-Rüthen unterwegs. Nun hat er Geseke besucht und dort das ambulante Hospiz. Gemeinsam mit Pfarrer Rainer Stahlhacke, Leiter des Pastoralen Raums Geseke-Erwitte, traf er die erste Vorsitzende Margarethe Niehues sowie Koordinatorin Marion Lippold. Das Hospiz begleitet Menschen sowohl im häuslichen Umfeld als auch in Senioreneinrichtungen wie Haus Maria und Curanum. Die häusliche Begleitung sei besonders intensiv, weil auch die Angehörigen eng einbezogen werden, wurde im Gespräch deutlich.
Rund 40 Ehrenamtliche engagieren sich derzeit im Hospiz. Voraussetzung für die Mitarbeit ist ein umfassender Befähigungskurs, der neben medizinisch-pflegerischen Grundlagen vor allem Themen wie Kommunikation, Wahrnehmung, spirituelle Begleitung, Trauerarbeit und den Umgang mit Demenz umfasst. Der Kurs wurde gemeinsam von HOSPIZ-Initiative Erwitte-Anröchte e.V. und der Hospizbewegung Geseke e.V. initiiert – zuletzt absolvierten 13 neue Ehrenamtliche den Kurs erfolgreich. Weihbischof König dankte ausdrücklich für dieses Engagement und würdigte die verlässliche Unterstützung für Menschen in einer herausfordernden Lebensphase.
Kirche und Kommune im Dialog: Gemeinsame Verantwortung vor Ort
Im Gespräch kam Weihbischof König mit Bürgermeister Dr. Remco van der Velden, Dechant Thomas Wulf, Leiter des Dekanates Lippstadt-Rüthen, Dekanatsreferentin Nicole Heimlich und Pfarrer Rainer Stahlhacke zusammen. Neben allgemeinen Entwicklungen in Geseke stand vor allem das Zusammenspiel von Kirche und Stadt im Fokus. Geseke zählt rund 22.000 Einwohnerinnen und Einwohner, etwa die Hälfte davon ist katholisch. Damit prägt kirchliches Leben das Stadtbild weiterhin spürbar, auch wenn sich religiöse Bindungen – wie überall – verändern.
Der Austausch zeigte: Die Wege sind kurz, die Gesprächskultur ist offen. Angesprochen wurden Themen wie soziale Verantwortung, Ehrenamt, gemeinsame Veranstaltungen oder praktische Abstimmungen bei konkreten Projekten. Beide Seiten betonten, dass es wichtig sei, kontinuierlich im Gespräch zu bleiben und Entwicklungen transparent zu teilen. Der Termin machte auch deutlich, dass Kirche und Kommune vor Ort in einem konstruktiven Miteinander stehen.
Malteser in Geseke: Soziales Engagement mit breiter Basis
Nach einem gemeinsamen Mittagessen besuchte Weihbischof König die Malteser in Geseke. Stadtbeauftragter Dieter Ritz und Kim Nora Skapczyk, Koordinatorin im Kontaktbüro Pflegeselbsthilfe, stellten die vielfältigen sozialen Angebote vor. Rund 100 Ehrenamtliche engagieren sich hier in unterschiedlichen Bereichen – vom Malteser-Laden über Besuchsdienste bis hin zum Netzwerk „Alter und Pflege“.
Der Malteser-Laden, der vollständig ehrenamtlich geführt wird, ermöglicht es bedürftigen Menschen, gespendete Kleidung und Alltagsgegenstände zu günstigen Preisen zu erwerben. Die Zusammenarbeit im Team ist dabei bewusst vielfältig angelegt; Menschen unterschiedlicher Herkunft bringen sich ein. Auch Projekte wie der Friedhofstreff oder „Latschen und Ratschen“ – ein Treffen zum Spazierengehen und anschließendem Kaffeetringen – zeigen, wie Begegnung, Austausch und Unterstützung im Alltag konkret umgesetzt werden. Und der Laden ist mehr als nur ein Ort zum Einkaufen – es ist auch ein Treffpunkt für Menschen, die sich bei einer Tasse Kaffee austauschen möchten. Nachwuchsgewinnung bleibt eine dauerhafte Aufgabe – umso erfreulicher war es, dass sich zum Zeitpunkt der Visitation spontan eine Kundin für ein Ehrenamt meldete und direkt eingestellt wurde.
Abendmesse in St. Petri: Impulse zur Fastenzeit
Liturgischer Höhepunkt des Besuchs war die Eucharistiefeier in der St.-Petri-Kirche, die passend zur Fastenzeit in violettes Licht getaucht war. In seiner Predigt stellte Weihbischof König die Fastenzeit als Zeit der bewussten Neuausrichtung in den Mittelpunkt. Es gehe nicht nur um Verzicht, sondern darum, den eigenen Weg immer wieder neu zu überprüfen – im Umgang miteinander, im Blick auf Versöhnung und im Vertrauen darauf, dass Entwicklung auch in kleinen Schritten geschehen darf.
Die Gedanken zur inneren Erneuerung und zum Mut, Veränderungen anzunehmen, schlugen zugleich eine Brücke zu den strukturellen Fragen, die den weiteren Abend bestimmten.
Transformation im Blick: Gespräch mit den Gremien Geseke-Erwitte
Im Pfarrheim traf Weihbischof König anschließend auf Vertreterinnen und Vertreter der Gemeinderäte, Kirchenvorstände und des Finanzausschusses aus Geseke und Erwitte. Im Mittelpunkt stand die laufende Transformation im Erzbistum Paderborn und die geplante Neustrukturierung in den künftigen Seelsorgeräumen.
Die Grundhaltung im Raum war konstruktiv: Die Notwendigkeit von Veränderungen wurde gesehen, zugleich gab es den Wunsch nach Klarheit. Konkret ging es um Fragen der zukünftigen Zuständigkeiten, um Leitungsstrukturen, um die Rolle von Ehrenamtlichen sowie um Budgets und Entscheidungswege. Viele Engagierte betonten, dass kirchliches Leben weiterhin vor Ort erfahrbar bleiben müsse – mit verlässlichen Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartnern und klar definierten Gestaltungsspielräumen.
Weihbischof König erläuterte den aktuellen Stand der Beratungen und machte deutlich, dass bereits Leitlinien und eine zeitliche Perspektive bestehen, viele Details jedoch noch in Abstimmung sind. Geplant sei unter anderem, Leitungsmodelle zu etablieren, die sowohl pastorale als auch administrative Verantwortung bündeln. Gleichzeitig soll ehrenamtliches Engagement künftig stärker gefördert und begleitet werden, z.B. in Form von Mitarbeitenden für Engagementförderung in jedem Seelsorgeraum.
Der Austausch zeigte: Die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen und den eigenen Gestaltungsspielraum auszuschöpfen, ist da. Gleichzeitig besteht nachvollziehbarer Klärungsbedarf, wie die neuen Strukturen konkret aussehen und wie sie im Alltag tragfähig gestaltet werden können.