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Diakon ist Sprachrohr der Liebe Gottes

Neun Ständige Diakone begehen Weihejubiläum / Dankgottesdienst mit Weihbischof Dr. Dominicus Meier OSB zu Jahrestagen der Diakonenweihe

 

: Neun Ständige Diakone des Erzbistums Paderborn feierten mit Weihbischof Dr. Dominicus Meier OSB in einem Gottesdienst den Jahrestag ihrer Diakonenweihe vor 35, 25, 15 oder 10 Jahren.Foto: Thomas Throenle / Erzbistum Paderborn

Die Männer aus Arnsberg, Langenberg, Lemgo, Menden, Rietberg, Warstein und Wenden vollbringen im Erzbistum Paderborn seit 35, 25, 15 oder 10 Jahren ihren Dienst als Seelsorger in den Kirchengemeinden und Pastoralen Räumen ihrer Heimatgemeinden, sie empfingen 1987, 1997, 2007 oder 2012 das Weihesakrament. Im Dankgottesdienst betonte Weihbischof Dominicus, die Jubilare seien in ihrem Dienst als Diakone „Sprachrohr der Liebe Gottes, Zeugen einer frohmachenden Botschaft“.

Den Ständigen Diakonen sei er dankbar für ihren „Dienst der liebenden Zuwendung zu den Menschen“, unterstrich Weihbischof Dominicus in seiner Predigt in der Kapelle des Exerzitien- und Bildungshauses Maria Immaculata in Paderborn. Zu den Weihejubilaren sagte er: „Sie haben Ihren Dienst für unsere Erzdiözese und vor allem für die Menschen in den vergangenen Jahren mit Engagement, Herzblut und Treue ausgeübt.“ Zugleich dankte Weihbischof Dominicus den Ehefrauen und Kindern der Diakone für deren Verständnis, dass das Diakonenamt den ganzen Menschen fordere.

Zentrum ist die „gute Botschaft“

Jesus selbst habe „die Grundlinie des Dienstes eines Diakons“ vorgegeben, erläuterte Weihbischof Dominicus. Es komme darauf an, den Verzagten, den Trauernden, den Resignierten, den Zweifelnden, Suchenden und Fragenden, den Armen die gute Botschaft zu bringen. „Das Euangelion, Gottes gute Botschaft, durften und dürfen Sie, liebe Jubilare, in der Kraft des Heiligen Geistes und in der Vollmacht der Kirche über all diese Jahre verkünden“, betonte Weihbischof Dominicus. „Es gibt nichts Wichtigeres, als die Botschaft der Hoffnung, des Lebens, der Freude, der Befreiung und Versöhnung zu bezeugen.“

Zum Abschluss seiner Predigt sagte Weihbischof Dominicus zu den Weihejubilaren: „Für Ihren ‚Hoffnungsdienst‘ möchte ich Ihnen heute im Namen der Kirche von Paderborn von Herzen danken. Sie waren und sind glaubhafte Zeugen des Evangeliums Jesu Christi und zugewandte Diakone an der Seite der notleidenden und suchenden Menschen.“ Die Ständigen Diakone seien zugleich „Männer des Gebetes“, die vom Geist Gottes „entflammt“ seien. „Seien Sie weiterhin Fackeln des Geistes, die Licht und Wärme in unsere Welt bringen, und die das Feuer des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe entzünden in den Herzen der Menschen.“

Das sind die Weihejubilare

Am Dankgottesdienst mit Weihbischof Dr. Dominicus Meier OSB und dem anschließenden Empfang im Haus Maria Immaculata in Paderborn nahmen neun Weihejubilare – teilweise mit ihren Ehefrauen – teil. Diakon Heinz Kaupenjohann aus Rietberg, Diakon Friedrich Arns aus Wenden sowie Diakon Werner Roß aus Bergen (Rügen) wurden vor 35 Jahren zum Diakon geweiht. Ihr 25-jähriges Weihejubiläum begingen Diakon Heinz-Rüdiger Lülff aus Menden und Diakon Ludger Althaus aus Warstein. Diakon Wolfgang Frohwein aus Arnsberg konnte auf ein 15 Jahre währendes Wirken als Ständiger Diakon schauen. Die Diakone Helmut Haybach aus Lemgo, Karl-Heinz Klaus aus Langenberg sowie Friedhelm Schannath aus Warstein begingen ihr 10-jähriges Weihejubiläum.

Diakonischer Dienst

„Die Diakonen-Weihejubilare haben Kirche und Diakonie sichtbar gemacht: im Zivilberuf, in Ehe und Familie, in ihrem Pastoralverbund und den dazugehörigen Gemeinden“, erklärte Pastor Andreas Kreutzmann beim Empfang im Haus Maria Immaculata. Aus seiner Verbindung zu Jesus Christus begleite ein Diakon die Armen sowie die am Rand der Gesellschaft stehenden Menschen, so der Diözesanbeauftragte für die Ständigen Diakone. Dabei beschränke sich der Dienst eines Diakons nicht auf den sozial-karitativen Dienst, vielmehr nehme er auch Aufgaben in der Liturgie und Verkündigung wahr.

„Ständige Diakone und somit ‚Diakone im Zivilberuf‘ haben ein eigenes Profil: Sie verbringen den größten Teil des Tages nicht in kirchlichen Zusammenhängen und sind dennoch Kleriker, Amtsträger mit sakramentaler Weihe“, sagte Stefan Nagels. Der Referent für die Ständigen Diakone im Erzbischöflichen Generalvikariat betonte: „Der Dienst des Diakons vollzieht sich ‚inmitten‘, doch im Idealfall mehr noch ‚außerhalb‘ der christlichen Kerngemeinde.“ Das Engagement und der Dienst von Ständigen Diakone in der Kirche von Paderborn verleihe der Kirche ein diakonisches und evangelisierendes Gesicht.

Ständige Diakone: Familienväter im Berufsleben

„Diakone sind keine Lückenbüßer für weniger werdende Priester in der Katholischen Kirche“, betonte Diakon Thomas Huneke aus Rheda-Wiedenbrück. „Als Männer, die zumeist im Berufsleben stehen, haben Ständige Diakone die Möglichkeit, auch die Menschen zu erreichen, zu denen Kirche sonst eher keinen Zugang mehr hat“, so der Diözesansprecher der Ständigen Diakone. Diakone seien „Männer des Gebetes“, die sich durch das tägliche Gebet der Laudes und Vesper in den Gebets-Auftrag der Kirche einreihen. „Wir können froh und dankbar sein, dass sich immer wieder Männer neben ihren Aufgaben als Familienvater und im Berufsleben ‚be-rufen‘ lassen, um diesen Auftrag zu erfüllen“, sagte Diakon Huneke mit einem Segenswunsch für die Weihejubilare und einen herzlichen mitbrüderlichen „Dankeschön“ für deren Dienst.

Ständige Diakone im Erzbistum Paderborn

Im Erzbistum Paderborn gibt es derzeit 179 Ständige Diakone, 38 von ihnen sind im Ruhestand, fünf sind im Hauptberuf als Diakon tätig.

Im Jahr 1987 empfingen 12 Männer, 1997 zwei Männer, 2007 sieben Männer sowie 2012 sechs Männer das Weihesakrament und wurden so zum Dienst als Ständige Diakone in der Kirche von Paderborn gesandt. Fünf der Weihejubilare sind mittlerweile verstorben.

Stichwort: Diakon

Das Wort Diakon leitet sich vom griechischen Wort diakonos ab und bedeutet „Diener“, „Helfer“. Ein Diakon ist gesandt zur besonderen Nachfolge Christi. Innerhalb der Kirche bekleidet er ein geistliches Amt, den Diakonat. Seine Aufgaben beschränken sich aber nicht auf den Gottesdienst (leiturgia - Liturgie), vielmehr umfassen sie auch die Verkündigung (martyria – Zeugnis) und den „Dienst am Nächsten“ (diakonia – Diakonie / Caritas) und damit alle drei Grundvollzüge der Kirche. Für einen Diakon ist der „Dienst am Nächsten“ wesentlich, er ist insbesondere dazu aufgerufen, zu den Armen und Kranken, den „Menschen am Rande“ zu gehen. Die von einem Bischof gespendete sakramentale Weihe zum Diakon ist ein Element des dreigliedrigen Weihesakraments (Diakon – Priester – Bischof), dadurch ist der Diakon in die Gemeinschaft der Geistlichen, den Klerus, eingegliedert.

Diakone assistieren dem Priester bei der Feier der Eucharistie, verkünden dabei das Evangelium und dürfen predigen. Sie können das Sakrament der Taufe spenden, bei der kirchlichen Eheschließung assistieren, Beerdigungen leiten, Wortgottesdienste feiern und die Kommunion spenden. Die Feier der Eucharistie bleibt den Priestern vorbehalten, ebenso wie die Spendung des Sakramentes der Krankensalbung und des Bußsakramentes.

Verheiratete Männer, die 35 Jahre und älter sind, können nach einer entsprechenden Ausbildung und mit Zustimmung ihrer Ehefrau zum Diakon geweiht werden, um als Ständiger Diakon eingesetzt zu werden. Ständige Diakone üben in der Regel zusätzlich zum Seelsorgedienst einen bürgerlichen Beruf aus. Wer ein Zölibatsversprechen ablegt, kann die Diakonenweihe bereits mit 25 Jahren empfangen. Auch Priesteramtskandidaten werden zunächst zum Diakon und dann zum Priester geweiht.

Bei von einem Diakon geleiteten liturgischen Feiern trägt der Diakon als Amtszeichen die Diakonenstola über dem Chorgewand oder der Albe. Die liturgische Kleidung des Diakons bei der Assistenz in der Eucharistiefeier ist die Dalmatik, die wie das priesterliche Messgewand über Albe und Stola getragen wird.