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Pfarrer Hans Gerd Westermann mit 71 Jahren verstorben

NACHRUF Geistlicher setzte in rund 15 Jahren viele Akzente im Pastoralverbund Erwitte

Pfarrer Hans Gerd Westermann hat das geistliche Leben in Erwitte über Jahre geprägt – menschlich und strukturell. Am Sonntag ist er im Alter von 71 Jahren plötzlich verstorben, nachdem er bereits gesundheitlich angeschlagen war. Hans Gerd Westermann hatte 15 Jahre lang den Pastoralverbund Erwitte geleitet. Im August 2021 wurde er in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet. Erst im Juli dieses Jahres ernannte Erzbischof Hans-Josef Becker den Geistlichen mit dem Ehrentitel zum Rat ad honores.

Viele Stationen im Erzbistum Paderborn

Geboren wurde Westermann am 8. Juli 1951 in Dortmund. Er studierte in Paderborn und München Theologie und empfing 1983 im Hohen Dom zu Paderborn das Sakrament der Priesterweihe. Seiner westfälischen Heimat blieb er auf dem weiteren Werdegang stets treu: Seine erste Stelle als Vikar trat er in Attendorn an und wirkte anschließend als Geistlicher in der Mendener Pfarrei St. Josef, in der Pfarrgemeinde St. Patrokli in Soest und ebenfalls 15 Jahre in den Pfarrgemeinden St. Pankratius und Hl. Kreuz im Warsteiner Ortsteil Belecke.

Große Aufgaben am Hellweg gemeistert

Im Februar 2006 wurde Pastor Hans Gerd Westermann als neuer Pfarrer von St. Laurentius Erwitte, St. Johannes Evangelist Bad Westernkotten und später von St. Cyriakus Horn in sein Amt eingeführt und trat so die Nachfolge von Pfarrer Ludger Grewe an. Direkt zu Beginn stand Westermann damals vor der Aufgabe, die Zusammenarbeit der drei großen Gemeinden im Stadtgebiet Erwitte zu fördern und den kurz zuvor besiegelten Pastoralverbund Erwitte zu einer Gemeinschaft zu formen.

Während seiner Zeit in der Hellwegstadt setzte sich der Pfarrer aktiv für den Erhalt der kleinen Gotteshäuser in den Kapellengemeinden der Dörfer und deren grundlegende Renovierungen ein. Auch die Anschaffung der international bekannten Aubertin-Orgel hat Westermann mit angestoßen.

Westermann hatte zudem den Vorsitz in der Von-Hoerde’schen Stiftung, dem Kuratorium des Erwitter Marienhospitals, dem Josefsheim und dem Marienkindergarten. Der Geistliche begleitete auch den Neubau des Josef-Stifts durch die Katholische Pflegeeinrichtungen im Kreis Soest (Kapeso). Im vergangenen Jahr erhielt er darüber hinaus die goldene Verdienstplakette und damit die höchste Auszeichnung der Malteser Ruhrgebiet-Hellweg, unter anderem für seine Dienste als Bezirksseelsorger.

Von Westermanns Verbundenheit zu Erwitte zeugte die Absicht, hier den eigenen Ruhestand zu genießen. Im heimischen Pastoralverbund ist die Betroffenheit deshalb besonders groß. „Hans Gerd war als Person unglaublich authentisch“, blickt etwa Norbert Grae, Vorsitzender des Gesamtpfarrgemeinderates, auf Patriot-Anfrage zurück. „Seine Positionen waren ihm nie wichtig. Er hat stets versucht, sich den Menschen auch als Mensch zu nähern.“

Rainer Stahlhacke, Leiter des Pastoralen Raums, behält Westermann als „humorvollen Menschen mit einer besonderen Art“ in Erinnerung. „Auf diese Weise hat er den Menschen die Botschaft Jesu Christi näher gebracht.“ Auch das Herzblut, das er in die Kirchenmusik gesteckt hat, wirke bis heute nach.

Jenseits der geistlichen Kontakte war Westermann aber auch die Verbindung zu weltlichen Vertretern in Erwitte – zum Beispiel zu Schützenvereinen oder der Feuerwehr – von besonderer Wichtigkeit, wie er noch im Kontext seiner Verabschiedung im letzten Jahr gegenüber unserer Zeitung betonte.

Beisetzung erfolgt am kommenden Montag

Wie das Erzbistum Paderborn am Donnerstagmorgen mitteilte, wird die Totenvesper am Sonntag, 9. Oktober, um 18 Uhr in der Pfarrkirche St. Laurentius in Erwitte gebetet. Auch das Begräbnisamt wird am darauffolgenden Montag um 14 Uhr dort gefeiert. Die Beisetzung erfolgt anschließend in der Priestergruft auf dem Städtischen Friedhof.

(Von Bastian Puls- Der Patriot)